Chronik des Tambour Corps Dülken 1926

Endgültig gegründet wurde das Tambour - Corps Dülken im Jahre 1926. Bereits einige Jahre vorher aber waren viele der Gründungsmitglieder des Corps - noch unorganisiert - bei Schützenfesten und anderen Gelegenheiten aufgetreten. Zum ersten Vereinslokal wurde die damalige Gaststätte Hermann Houben auserkoren. Diese Gaststätte befand sich an der Ecke zwischen Langestr. und Gasstraße. Alte Dülkener wissen, diese Gaststätte wurde Jahre später von Werner Gartz übernommen.

 Vereinsbild 1929

Tambour Korps "Klopp Dropp" Dülken, Vereinsbild ca. 1924

Die Gründungsurkunde, datiert im Jahr 1921, belegt, dass der Verein unter dem Namen „Klopp dropp“ bereits einige Jahre aktiv war. Aus dem katholischen Jünglingsverein war parallel das Tambour Corps  "Frei weg" hervor gegangen, welches unter der Leitung des Tambourmajors Leo Maaßen stand.

Im Jahre 1926 gründete sich das Tambourkorps "Klopp Dropp" in das "Tambourkorps Dülken" um.

"Frei Weg" Dülken, Vereinsbild 1931

In den folgenden Jahren traf man sich, auch im kameradschaftlichen Wettstreit, bei verschiedenen Aufzügen und Festen in Dülken.

Die Schrecken des zweiten Weltkriegs verschonten auch Dülken nicht. Viele Spielmannskameraden kamen nicht mehr zurück in die Heimat und hinterließen große Lücken in den Reihen beider Vereine. Aus diesem Grund entschloss man sich zunächst gemeinsam aufzutreten. Das sich immer mehr entwickelnde Zusammengehörigkeitsgefühl führte schließlich dazu, dass man sich 1948 zum endgültigen Zusammenschluss unter dem neuen Namen "Tambour - Corps Dülken 1926" entschloss.

Tambour Corps Dülken 1926, Vereinsbild 1948

In der Nachriegszeit war überall das Geld knapp, auch in der Vereinskasse. Die ersten Uniformen nach dem Krieg bestanden deswegen aus selbstständig umgefärbten Uniformen, welche ein heute nicht mehr bekanntes Mitglied von der US-Armee bekommen hatte.

Rathaus, Vereinsbild 1951

Erst einige Jahre später konnte, dank der großzügigen Stoffspende eines Gönners, eine neue, eigene Uniform angeschafft werden. In mühevoller Kleinarbeit und meist durch finanzielle Eigenleistung wurden nach und nach auch neue Instrumente angeschafft und alte repariert. Der hohe private Einsatz der Spilmannskameraden führte auch zu einem gewissen Vereinsgeist unter den Mitgliedern, der bis heute Besteht.

In Dülken und auch in Nachbarorten war das Corps oft bei Heimatfesten dabei. Es wurde zu Schützenfeste, Karnevalsumzügen, auch an St. Martin und zu besonderen Anlässen mit Trommel und Flöte aufgespielt. Noch heute kennt in Dülken und Umland jeder sein "Trommlerchor", das "Dülkener Trommlerlchor" oder auch die "Trommelmännkes".

 

In Paradeuniform, Vereinsbild 1962

Im Jahr 1950 übernahm Christian Peters die musikalische Führung des Vereins. Er war bereits in den Jahren zuvor als Tambourmajor des Werkscorps der Firma Hoogen aufgetreten. Unter seiner, oft harten und anstrengenden Leitung holte der Verein nicht selten Sieger und Ehrenpreise auf Musikwettstreiten. Die Pokale stehen heute noch in unserem Vereinslokal, unter Anderem sind der EUROPA-Wanderpreis der Stadt Viersen und ein großer Preis der BRD dort zu finden. Die Tradition der Tambour-Wettstreits ist heute beinahe in Vergessenheit geraten, es gibt so gut wie keine Veranstaltungen dieser Art mehr. Die letzte offizielle Teilnahme des TC Dülken war im Jahre 1997.

links: Gefangenenturm, Vereinsbild 1974 - rechts: Vereinsbild 1975 mit EURPOA-Wanderpreis und Preis der BRD

Zur Jahreshauptversammlung 1978 wurde der Tambourstab und damit das Amt des 1. Tambourmajors von Christian an seinen Sohn Karl weitergegeben. Die Reihe sollte später durch Thomas Peters, ein Enkel von Christian, fortgesetzt werden. Thomas wurde im Jahre 1984 zweiter Corpsführer und stieg bereits sieben Jahre später zum ersten Major auf.

 

Kasettenhülle "Am Siegfried", Vereinsbild 1982

Ebenfalls zur Jahreshauptversammlung 1978 stellte sich Hans-Dieter Birk zur Wahl des ersten Vorsitzenden und wurde einstimmig gewählt. Hans-Dieter führte den Verein bis 2015 als 1. Vorsitzender.

Ein Höhepunkt in der Geschichte des Corps war die Feier zum 60jährigen Bestehen am 12. und 13. April 1986. Unzählige Vereine, Spielmannszüge, Karnevalsgesellschaften und Schützenbruderschaften kamen und gratulierten dem TC Dülken. Es wurde ein rauschendes Fest, welches in den Köpfen der Spielmannskameraden noch lange nachwirkte.

Leider traten in den folgenden Jahren infolge von Alter, Krankheit und zu starker beruflicher Belastung einige personelle Veränderungen ein. Zurzeit gehören dem Corps 21 aktive Spielleute an, wovon einige zum Teil schon 50 Jahre und länger dem Corps angehören. Auch Kameraden mit 20, 30, 35 oder gar 40 Jahren aktiver Mitgliedschaft sind vertreten. Es handelt sich nach wie vor um ein Hobby, mit dem man sich identifiziert und für das man immer auch einen gewissen Einsatz erbringen muss.

Im Jahre 1992 ging unser bisheriger Vereinswirt Willi Cornellissen in den wohlverdienten Ruhestand. Seine Nachfolger wurden Petra und Rashid Ghiat, welche den Rheinischen Hof "Zum Overrath" als Pächter übernahmen.

Am 30.04 und 01.05. 1996 wurde dann das 70jährige Bestehen des Tambour–Corps Dülken 1926 gemeinsam vielen befreundeten Vereinen und Gästen gefeiert. Die Planungen sollten das fest zum 60 jährigen bestehen noch übertreffen. Es wurde ein dreitägiges Fest, beinahe schon ein kleines Schützenfest.

Städtischen Gymnasium Viersen, Vereinsbild 2001

Als Ende 1996 Petra und Rashid Ghiat die Gaststätte "Haus Becker" auf der Schulstraße im Herzen von Dülken übernehmen konnten, wechselte auch der Verein in diese Gaststätte.

So hießen die alten und auch die neuen Vereinswirte Petra und Rashid Ghiat. Bis zum heutigen Tage treffen wir uns jeden Freitag zur wöchentlichen Probe in dieser Gaststätte.

Vor dem Bürgerhaus, Vereinsbild 2002

Seit einigen Jahren schon wird es angesichts der wirtschaftlichen Lage immer schwieriger, das Vereinsleben mit dem beruflichen und privaten Leben zu arrangieren. Gerade die Spiele an einem Montag sind heute weitaus schwieriger personell zu besetzen, als noch vor einigen Jahren. Nicht selten stehen Schützenfestmontags zum Wecken dort ein Dutzend Spielleute, welche allesamt ihren Urlaubstag für und mit dem Tambourcorps verbringen. Das dies auch bei mehreren Schützenfesten in der Spielsaison noch so ist, liegt an guter Führung, dem alten Eifer, einer Portion Vereinsliebe und einem gehörigen Schuss Korpsgeist. So konnte das Corps im Jahr 2006 sein 80-jähriges Bestehen mit einer ausgiebigen Tour und einem anschließenden Fest feiern.

Cap Horn, Vereinsbild 2008

Vielen Veranstaltungen, an denen wir im Laufe eines Jahres teilnehmen gehören schon seit einer gefühlten Ewigkeit in den festen Jahresplan unseres Vereins. So ist es nicht verwunderlich, dass wir Teils Jahrzehnte dieselbe Veranstaltung besuchen. So durften wir im Jahr 2007 eine Urkunde für 40 Jahre Schützenfest St. Georg in Brempt entgegen nehmen. Ähnlich erging es uns im Jahr 2014 wo wir zum zwanzigsten Mal auf der Kirmes der St. Agatha Bruderschaft in Oberkrüchten aufspielten. Die Zeiträume gemeinsam mit den 5 Dülkener Bruderschaften lassen sich gar nicht mehr genau erfassen, werden aber vermutlich in ähnlichen Größen gemessen. Es ist klar, dass sich in solch langen Jahren, ganz spezielle Freundschaften herausbilden und man in vielen Fällen quasi schon mit zur Bruderschaft gehört.

Das 85-jährige bestehen wurde wieder mit einem Fest begangen, diesmal war es der Wunsch unseres Vereins, alle diejenigen Personen zum Fest zu laden, die dem Verein nahe standen oder stehen oder besonders aufgefallen sind. Es wurden gezielt Personen eingeladen, die Ihren Dienst verrichten, wenn andere Schützenfest oder Karneval feiern. So kamen Vorstände, Polizisten, Taxifahrer, Kellner, andere Musiker, aber auch Bekanntschaften und Gönner die dem unserem Verein behilflich waren oder sind, oder einfach nur in Erinnerung geblieben sind.

1. Vorsitzender Tim Cronenbrock, 1. Corpsführer Thomas Peters, Schriftführer André Birk, Kassierer Andre Stroepen, 2. Vorsitzender H.-Dieter Birk (Ehrenvositzender), 2. Corpsführer Tim Cronenbrock.

Im Anschluss wurde Hans-Dieter Birk für 50 jährige Vereinstreue geehrt und außerdem für seine beinahe 40-jährige Tätigkeit als Vorsitzender zum Ehrenvorsitzenden ernannt.

Nun marschieren wir mit großen Schritten auf das 90-jährige Bestehen zu und wir sind guten Mutes, dass wir in den nächsten Jahren noch einige Zeilen an diese Chronik anfügen dürfen.  

Kolping Haus, Vereinsbild 2014

 

                                               


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